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Vierte "Kunstinsel" in Werder Holundersaft auf Leinwand

Die Inselstadt Werder wird am Wochenende zur Kunstinsel. Mehr als 50 ausgewählte Künstler, Kunsthandwerker und Designer präsentieren Erlesenes, Schönes, Verrücktes und Nützliches.

Artikel veröffentlicht: Mittwoch, 21.08.2013 21:09 Uhr   |  
Werder. Künstler und Kunsthandwerker, die selbst auf der Insel leben, öffnen ihre Ateliers. Ausgefallene Objekte aus Keramik, Metall, Holz und Sand werden zeigen, wie einzigartig und vielseitig die Darstellungsmöglichkeiten sind. Angekündigt sind auch neueste Kollektionen von Textil- und Schmuckdesignern, diesmal open air. Das Wetter soll ja schön werden. Trotzdem gibt’s für alle Fälle auch passende Kopfbekleidung. Einige Aussteller lassen sich auf dem Markt der Inselstadt bei der Arbeit über die Schulter schauen. Kinder können auf dem Markt auf Bernsteinsuche gehen oder das Schnitzen mit heimischen Hölzern erlernen. Billigartikel oder Handelsware werden allerdings nicht angeboten.

Ausruhen können sich die Besucher in einem der netten Restaurants oder Cafés auf der Inselstadt. Im Café Olive zum Beispiel gibt es immer Ausstellungen, momentan ist Malerei von Gertraude Kremers zu besichtigen. Am Samstag und Sonntag präsentiert sich vor dem Café die Frauengruppe Tonwelt. Christine Pfister, Corinna Coordes und Ursula Schröter aus Berlin zeigen Skulpturen. Außerdem wird der ecuadorianische Maler Raúl Chugchilán Masken anbieten. Chugchilán war schon einige Male in Potsdam und hat an Workshops in Sachsen teilgenommen. Mittlerweile ist er einer der angesehensten jungen Künstler Ecuadors. In diesem Jahr hat er schon ein großformatiges Bild für eines der Museen des Abenteurers Reinhold Messner in Südtirol gemalt. Vom 9. September bis 6.November wird in der ecuadorianischen Botschaft in Berlin eine Personalausstellung Chugchiláns gezeigt.

  Im Hotel und Restaurant am Markt wurden gestern gerade Absprachen über die Ausstellung von Eckard Hauser geführt. Der Maler zeigt Bilder, die gar nicht gemalt sind. Sie sind getropft und entstanden 2001 in einem Gewächshaus in Urbino, Italien. Hauser hängte mit Holunderbeeren gefüllte Säcke auf und platzierte darunter gerahmte Leinwand, die er täglich wechselte. Die Säcke hingen etwa zweieinhalb Wochen. Die Tropfen aus den Säcken erzeugten Punkte in verschiedenen Variationen. Die Installation trägt den Namen "Sambucus", das lateinische Wort für Holunder. Nach den zweieinhalb Wochen habe das ganze Gewächshaus nach Wein gerochen, berichtet Hauser.

Das wird am Wochenende im Hotel am Markt nicht so sein. Daniela Ehrentraut, eine der drei Geschäftsführer, kündigte aber an, es werde passend zur Ausstellung Saft, Sekt, Marmelade und Gelee aus Holunder geben, dazu frisch gebackenes Brot. Hauser bot an: Jeder, der eine Flasche Holundersekt kauft, erhält als Zugabe ein signiertes "Sambucus"-Plakat.

Info: Geöffnet am Sonnabend und Sonntag von 11 bis 18 Uhr

Von Stephan Laude

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